13 Jahre Kunstbahnhof Wasserburg - eine Ära geht zu Ende
Abschlussausstellung(K)ein Raum für Kunst, ab 18. September: In den vergangenen 13 Jahren war der ehemalige Bahnhof in Wasserburg ein Ort der Begegnungen, der Inspiration und des kulturellen Austauschs. Hier wurden Freundschaften geschlossen, Ideen geboren, Kunst entdeckt und diskutiert.
Künstlerinnen und Künstler aus der Region, aus ganz Deutschland und weit darüber hinaus fanden im Kunstbahnhof einen außergewöhnlichen Ausstellungsort und ein der Kunst und Kultur aufgeschlossenes Publikum.
Der Kunstverein Wasserburg (B) e.V. hat diesen Ort über mehr als ein Jahrzehnt hinweg mit großem ehrenamtlichem Engagement aufgebaut, geprägt und kontinuierlich weiterentwickelt. Entstanden ist ein lebendiger Kulturraum, der weit über die Region hinaus Beachtung gefunden hat und in der Zwischenzeit mehr als 180 Mitglieder verzeichnen kann. Mit jährlich sechs Ausstellungen, nationaler und internationaler Kunstschaffenden, wurde das Programm durch Workshops, Vorträge, Kooperationen mit kulturellen Institutionen sowie einen jährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt ergänzt. Ein Schwerpunkt lag zudem auf der kulturellen Bildungsarbeit, bei dem der Verein Schulprojekte förderte und dafür u.a. die Räume kostenfrei zur Verfügung stellten.
Die laufende Saison 2026 verdeutlicht noch einmal die inhaltliche Vielfalt und Kontinuität der Arbeit. Eröffnet wurde das Jahr mit dem Schulprojekt der Grundschule Lindau-Hoyren. Es folgte die Ausstellung Sehnsucht der Künstlerin M. Marschall und des Bildhauers S. Guber. Im weiteren Verlauf zeigten die Kunstschaffenden A. Oedingen und M.Meiswinkel ihre Arbeiten. Mit der Ausstellung natura fragilis der Künstlerinnen Elisabeth Hölz und Ulrike Hüppeler wurde ein weiterer künstlerischer Schwerpunkt gesetzt. Unmittelbar vor der letzten großen Ausstellung ist Ungefiltert & Pur der Künstlerinnen A. Bothner und A. Knapp zu sehen.
Mitgliederausstellung (K)ein Raum für Kunst,18. September bis 31. Oktober
Mehr als 40 Mitglieder präsentieren ihre Arbeiten und setzen damit einen gemeinsamen Schlusspunkt unter 13 Jahre Ausstellungstätigkeit im Kunstbahnhof. Der Titel ist dabei Programm: Er verweist nicht nur auf das Ende eines Ausstellungsortes, sondern stellt zugleich die Frage nach dem zukünftigen Stellenwert von Kunst und Kultur im öffentlichen Raum.
Trotz zahlreicher Gespräche, Vorschläge und konzeptioneller Ansätze konnte in den vergangenen Jahren keine Einigung mit der Gemeinde Wasserburg über eine Verlängerung des Mietverhältnisses oder die Bereitstellung alternativer Räumlichkeiten erzielt werden. Der Kunstbahnhof wird daher nach aktuellem Stand seine Türen Ende 2026 schließen müssen. Sollte sich bis Ende November 2026 keine Nachfolge für die Vereinsleitung finden, wird der Kunstverein Wasserburg (B) e.V. nicht nur seine Räumlichkeiten verlassen, sondern gemäß den vereinsrechtlichen Vorgaben auch aufgelöst. Der Kunstverein blickt dennoch mit Stolz auf 13 Jahre kontinuierlicher Kulturarbeit zurück. Aus einem kleinen Anfang hat sich ein Ort entwickelt, der zahlreiche Besucherinnen und Besucher angezogen, Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland verbunden und das kulturelle Leben in Wasserburg nachhaltig geprägt hat.