Glanzvolle Perlen an der Oberschwäbischen Barockstraße
Seit 60 Jahren verbindet die Oberschwäbische Barockstraße die bedeutenden Zeugnisse barocker Kunst, Architektur und Klosterkultur in Oberschwaben. Die Ferienstraße zählt zu den bekanntesten Kulturstraßen Deutschlands und führt Besucherinnen und Besucher zu eindrucksvollen Klöstern, Kirchen, Schlössern und historischen Städten. Entlang ihrer Hauptroute liegen einige Monumente der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, welche die kulturelle Vielfalt und Geschichte der Region erlebbar machen.
Kloster Schussenried
Zu den Stationen der Hauptroute gehört das Kloster Schussenried. Die ehemalige Prämonstratenserabtei beherbergt einen der wohl schönsten barocken Bibliothekssäle Süddeutschlands. Im Klostermuseum wird die Geschichte des Klosters und des religiösen Lebens anschaulich und interaktiv vermittelt. Darüber hinaus machen wechselnde Ausstellungen das Kloster zu einem bedeutenden Kulturzentrum in Oberschwaben.
Kloster Ochsenhausen
Wenige Kilometer entfernt erhebt sich oberhalb des Rottumtals das Kloster Ochsenhausen. Die ehemalige Benediktinerabtei zählt zu den eindrucksvollsten Klosteranlagen an der Oberschwäbischen Barockstraße. Ihre außergewöhnlich gut erhaltene Anlage vermittelt noch heute einen umfassenden Eindruck vom klösterlichen Leben vergangener Jahrhunderte. Bei öffentlichen Führungen (April bis Oktober Di bis Sa, 14 Uhr) können Besucherinnen und Besucher unter anderem das Refektorium, die Prälatur und den beeindruckenden Bibliothekssaal kennenlernen.
Kloster Wiblingen
Ein weiteres Ziel an der Barockstraße ist das Kloster Wiblingen vor den Toren Ulms. Die ehemalige Benediktinerabtei beeindruckt mit ihrer barocken Klosterkirche und vor allem mit der farbenprächtigen Bibliothek, die als Meisterwerk des süddeutschen Spätbarocks gilt. Im Museum im Konventbau wird die Geschichte des Klosters mit audiovisuellen Medien und interaktiven Stationen anschaulich vermittelt.
Neues Schloss Tettnang
Ein weiteres Highlight an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße ist das Neue Schloss Tettnang. Mit seinem prachtvollen Barock, seiner kunstvollen Innenausstattungen und mit dem malerischen Ausblick über den Bodensee und die Schweizer Alpen zählt es zu den schönsten Schlössern Oberschwabens. Die ehemalige Residenz der Grafen von Montfort wurde reich ausgestattet, und die namhaftesten Künstler ihrer Zeit wurden an den Hof geholt: Joseph Anton Feuchtmayer, Angelika Kauffmann sowie Franz Martin Kuen. Bei einer der regelmäßig angebotenen Führungen durch die Beletage können Besucherinnen und Besucher sich noch heute einen Eindruck über die gräflichen Appartements, die Schlosskapelle und Bacchussaal verschaffen und sich in Zeiten fürstlichen Luxus zurückversetzen lassen.
Kloster und Schloss Salem - Neues Schloss Meersburg
Das Neue Schloss Meersburg und Kloster und Schloss Salem zählen zu den eindrucksvollsten Stationen der Oberschwäbischen Barockstraße. Beide Anlagen spiegeln die kulturelle Blüte des Bodenseeraums im 18. Jahrhundert wider und verbinden Architektur, Kunst und höfische Repräsentation auf höchstem Niveau.
Wurzeln im Mittelalter: Salem war 1134 als Zisterzienserkloster gegründet worden und entwickelte sich bald zu einer der wohlhabendsten Abteien, die den Bodenseeraum über Jahrhunderte geprägt hat. Nach einer verheerenden Brandkatastrophe im Jahr 1697 wurde Kloster Salem unter der Leitung des Vorarlberger Baumeisters Franz Beer im Stil einer barocken Residenz neu errichtet. Für die Ausstattung der repräsentativen Innenräume wurden bedeutende Künstler ihrer Zeit verpflichtet, darunter Franz Joseph und Joseph Anton Feuchtmayer, Jakob Carl Stauder, Andreas Brugger und die Feuchtmayer-Schüler Dirr und Wieland. Im Zuge der Säkularisation wurde ab 1802 das Kloster zum Schloss der Markgrafen von Baden, 1920 gründete Prinz Max von Baden hier die berühmte Schule Schloss Salem. Heute gehört es zu den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg und präsentiert sich als lebendies Ensmble in dem es viel zu entdecken gibt: weitläufige Gartenanlagen, das hochgotische Münster mit seinem einzigartigen Alabasterschmuck, die Prunkräume des Klosters wie dem Speisesaal der Mönche, die Bibliothek und der imposante Kaisersaal. Lohnend ist auch ein Blick in das Klostermuseum mit bedeutenden Kunstwerken der Klosterzeit und in das Feuerwehrmuseum.
Kloster und Schloss Salem
Öffnungszeiten bis 1. November
Mo bis Sa 9.30 bis 18.00 Uhr, Sonn- und Feiertage 10.30 bis18.00 Uhr
Täglich Führungen
Neues Schloss Meersburg: Barocke Residenz über dem See
Auch in Meersburg prägte der Barock das Stadtbild nachhaltig. Schon 1526, also vor 500 Jahren, war der Fürstbischof von Konstanz nach Meersburg in die Alte Burg umgezogen. Grund waren religiöse und politische Spannungen: Die Reichstadt Konstanz war kurzzeitig evangelisch geworden. Doch erst im 18. Jahrhundert entstand neben der Alten Burg ein imposanter Wohnsitz, wie er einem Fürstbischof angemessen schien. Geplant war eine weitreichende barocke Umgestaltung der gesamten Altstadt. Herzstück repräsentativer Barockbauten blieb jedoch das Neue Schloss Meersburg. Es beeindruckt mit seinem monumentalen Treppenhaus, vom Stararchitekten Balthasar Neumann entworfen und von Franz Anton Bagnato vollendet, mit kunstvollen Stuckarbeiten und figurenreichen Deckenfresken der Künstler Carlo Pozzi und Giuseppe Appiani. In den historischen Räumen der Beletage - darunter Audienzzimmer, Festsaal und private Gemächer - lässt sich das höfische Leben der Konstanzer Fürstbischöfe eindrucksvoll nachempfinden. Und die Gartenterrasse bietet einen grandiosen Blick über den See auf die Alpenkette.
Neues Schloss Meersburg
Öffnungszeiten bis 1. November
9.30 bis 18.00 Uhr